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Google stellt Project Mariner ein: Screenshot-basierter Browser-Agent scheitert nach 17 Monaten
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Google stellt Project Mariner ein: Screenshot-basierter Browser-Agent scheitert nach 17 Monaten

ClawHosters
ClawHosters von Daniel Samer
3 Min. Lesezeit

Google hat Project Mariner am 4. Mai 2026 abgeschaltet. Keine öffentliche Ankündigung. Kein Blogpost. Einfach weg.

Das Timing ist kein Zufall. Am 19. Mai startet Google I/O 2026, und dort wird Google voraussichtlich Remy vorstellen, ihren neuen 24/7-Agenten. Project Mariner musste vorher von der Bühne.

Was Mariner war

Im Dezember 2024 gestartet und auf der I/O 2025 vorgestellt, war Project Mariner Googles Versuch eines Browser-basierten KI-Agenten. Das Konzept: Der Agent macht Screenshots von Webseiten und "liest" sie visuell. Jeder Klick brauchte einen Vision-Pass. Jedes Formularfeld erforderte OCR-artiges Reasoning.

Klingt auf dem Papier plausibel. In der Praxis war es zu langsam, zu teuer und zu fehleranfällig. Siebzehn Monate Entwicklung, und der Ansatz kam nie über seine Kernlimitation hinaus: Screenshots sind eine miserable Schnittstelle für automatisierte Systeme.

Wohin die Technologie gewandert ist

Google hat Mariners Technik in zwei Produkte überführt. Gemini Agent, der neue Task-Automation-Layer, hat Teile der zugrundeliegenden Modelle übernommen. Chrome bekam ein Auto-Browse-Feature, das allerdings nur für AI Pro und Ultra Abonnenten in den USA verfügbar ist.

Die ersten Warnsignale kamen im März 2026, als Google Mitarbeiter vom Mariner-Team abzog. Anfang Mai war das Projekt Geschichte.

Warum API-basierte Agenten gewonnen haben

Der Screenshot-Ansatz versuchte, KI das Web so nutzen zu lassen wie Menschen. Aber genau das war die falsche Abstraktion. APIs existieren aus gutem Grund: Sie sind schneller, günstiger und zuverlässiger als Pixel-Parsing.

OpenClaw, mit über 368.000 GitHub-Sternen, verfolgt den gegenteiligen Ansatz. Es verbindet sich mit Diensten über APIs und das Model Context Protocol (MCP), nicht indem es gerendertes HTML anstarrt. Wenn ein Agent mit einem Tool interagieren soll, bekommt er eine direkte Verbindung. Kein Umweg über Screenshots.

Der Unterschied zeigt sich bei der Zuverlässigkeit. Ein Screenshot-Agent bricht zusammen, wenn sich ein Button um 20 Pixel verschiebt. Ein API-basierter Agent funktioniert weiter, solange die API stabil bleibt. Und die ist versioniert und dokumentiert. Wer eine OpenClaw-Instanz über ClawHosters betreibt, dessen Agent kommuniziert direkt mit externen Diensten. Ohne Pixel-Parsing dazwischen.

Google scheint das jetzt auch so zu sehen. Remy, der Nachfolger, soll stark auf strukturierte Tool-Calls statt visuelles Browsing setzen. Die Screenshot-Ära dauerte 17 Monate. Der API-First-Ansatz setzt sich durch.

Häufig gestellte Fragen

Google hat Project Mariner am 4. Mai 2026 nach 17 Monaten Entwicklung eingestellt. Der Screenshot-basierte Browser-Agent war zu langsam und zu teuer. Die Technologie wurde in Gemini Agent und Chromes Auto-Browse-Feature integriert, das nur für AI Pro/Ultra Abonnenten in den USA verfügbar ist.

Jede Interaktion erforderte einen Vision-Pass, um die Webseite visuell zu "lesen". Formularfelder brauchten OCR-artiges Reasoning. Das machte den Agenten langsam, teuer und fragil. API-basierte Agenten wie OpenClaw vermeiden dieses Problem, indem sie sich direkt mit Diensten verbinden.

Google stellt voraussichtlich Remy auf der I/O 2026 am 19. Mai vor, einen 24/7-Agenten, der auf strukturierte Tool-Calls statt visuelles Browsing setzt. Konkurrenten wie OpenAIs ChatGPT Atlas und Perplexitys Comet hatten den Screenshot-Ansatz schon Ende 2025 hinter sich gelassen.
*Zuletzt aktualisiert: Mai 2026*

Quellen

  1. 1 Project Mariner am 4. Mai 2026 abgeschaltet
  2. 2 auf der I/O 2025 vorgestellt
  3. 3 zu langsam, zu teuer und zu fehleranfällig
  4. 4 Mariners Technik in zwei Produkte überführt
  5. 5 Model Context Protocol (MCP)
  6. 6 ClawHosters